Erster Christopher Street Day in Dachau

Der erste Christopher Street Day (CSD) in der Geschichte Dachaus fand am 1. Juli 2023 am Rathausplatz statt. Rund die zweihundert Teilnehmer*innen aus der queeren Community und Unterstützer*innen trafen sich um 13:00 Uhr um sich für die Rechte aller Sexualidentitäten zu engagieren.

Dabei waren auch unser Landtagskandidat Dr. Martin Modlinger, Bezirkstagskandidat Dale Carpenter und viele weitere Mitglieder von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN aus dem Landkreis.

Die Organisationsmitglieder, Marcel Hobler und Jona Ott  des Christopher Street Days in Dachau ergriffen als erstes das Wort und berichteten über die Ziele der Demonstration.

Marcel Hobler betonte, wie wichtig es ist, sich nicht von homophoben Parteien einschüchtern zu lassen. Leider werden immer noch Menschen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität diskriminiert,  wie zum Beispiel in den USA und Großbritannien.

Auch Jona Ott ergänzte diese Problematik mit geschichtlichen Beispielen. Lucy Salani, eine 99jährige Transfrau, die ihre Inhaftierung in einem Konzentrationslager überlebte, habe sich für diese Community bis zu ihrem Tod im Frühling 2023 eingesetzt. Zusätzlich meinte Ott, es sei die Aufgabe von uns allen, die Rechte der LGTBQ+ Community zu schützen, denn nur auf diese Art und Weise kann man Homophobie bekämpfen.

Neben Homophobie gibt es leider auch weitere Diskriminierungsvorfälle. Leider werden immer noch weiblichen Opfer von sexualisierten Gewalt eine Mitschuld an der Tat gegeben. Dazu berichteten die Vertreterinnen des Feministischen Cafés Dachau. Sie forderten eine Änderung des Sexualstrafrechts dahingehend, dass Opfer von Missbrauch nicht länger stigmatisiert werden. Sehr oft würden Frauen vor Gericht auf eine Art und Weise dargestellt, als ob diese „bewusst“ die Gewalttat provoziert hätten. Die Art der Befragung und Behandlung des eigentlichen Opfers entspringe aus patriarchalischen Normen und Weltbildern.

Zum Thema Frauenrechte und Frauengefährdung äußerte sich auch Dr. Tuuli Reiss, Fachreferentin des Bundesverbands Trans*. Sie erklärte nochmals einige systemische Probleme. Es gäbe leider viel zu wenige Beratungsstellen für LGTBQ+ Personen. Hinzu komme, dass es sowohl an finanziellen als auch personellen  Ressourcen fehlen würde.