Es gibt keinen Planet B: Plastikmüll belastet unsere Umwelt

Im März haben wir Grüne im Rahmen der Aktion „Saubere Stadt Dachau“ zusammen mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern fleißig Müll auf öffentlichen Flächen gesammelt. Unser Dank geht an alle, die uns dabei unterstützt haben, unsere Stadt ein wenig sauberer zu machen und vom Unrat zu befreien.

Es ist sehr ärgerlich, wie viel Müll man in kurzer Zeit findet, aber leider keine große Überraschung, wenn man sich ansieht, welche Berge an Verpackungsabfällen wir täglich produzieren. Die übervollen Tonnen auf Dachaus Straßen an Müllabfuhrtagen sprechen Bände. Selbst wenn man versucht, Müll zu vermeiden, wo es nur geht, holt man sich mit jedem Wocheneinkauf einen neuen Berg Verpackungsmüll ins Haus.

Eine besonders gravierende Bedrohung für Mensch und Natur ist dabei die zunehmende Menge an Plastikmüll. Im Jahr 2019 wurden durchschnittlich 72 kg Verpackungsmüll bei privaten Endverbraucher*innen in Deutschland eingesammelt. Das waren pro Person 4 kg mehr als im Jahr 2018. Mit 32 kg pro Person hatten die sogenannten Leichtverpackungen (Kunststoffe, Aluminium, Weißblech) dabei den größten Anteil am eingesammelten Verpackungsmüll der privaten Haushalte. (Quelle)

Die Recycling-Quote für Kunststoffe beträgt in Deutschland dabei nur ca. 17 Prozent (Quelle), dafür sind wir unter den Top 3 der Länder, die ihren Plastikmüll nach Asien exportieren. Die globale Plastikproduktion wächst seit dem Jahr 2000 rasant um jährlich 4% (Quelle) und gleichzeitig kämpfen wir weltweit gegen die Vermüllung der Umwelt durch Plastik.

Plastik ist einfach überall, auch wenn wir es nicht sehen! Durch den Zerfall von Plastikteilen entsteht winzig kleines Mikroplastik, gelangt in unser Abwasser und belastet Ökosysteme. Das Problem: Es ist praktisch unmöglich, Mikroplastik aus der Umwelt zurückzuholen. Nicht nur Fische und Meerestiere fressen Mikroplastik: Eine Studie des WWF sagt, dass wir Menschen pro Woche ca. 5 Gramm Mikroplastik aufnehmen. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte. „Mikroplastik verunreinigt die Luft, die wir atmen, die Lebensmittel, die wir essen, und das Wasser, das wir trinken“, so ein Absatz der Studie.

Unsere grüne Bundestagsfraktion fordert daher in einem Aktionsplan gegen Plastikmüll u.a. ein verbindliches Abfallvermeidungsziel in Deutschland, die Stärkung von Mehrwegsystemen und Abgaben auf Wegwerfprodukte, das Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und nicht zuletzt ein globales Plastikabkommen. Wir brauchen das alles dringend und so schnell wie möglich!

Was kann jede*r Einzelne tun, um zu verhindern, das Kunststoffe in den Boden gelangen?

  • Beim Einkauf auf Kunststoffanteile achten und ggf. zu plastikfreien Alternativprodukten greifen.
  • Kunststoffverpackungen soweit möglich vermeiden, Mehrwegbehälter nutzen.
  • Keinerlei Kunststoffe im Biomüll entsorgen (auch sogenannte Biokunststoffe gehören nicht in den Biomüll).
  • Pflanzenerde ohne Kunststoffzusätze kaufen.
  • Unterwegs vorhandene Abfalleimer nutzen, keine Abfälle in der Natur entsorgen.

(Simone Duling)

Weiterführende Links

Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Grüner Aktionsplan gegen Plastikmüll
https://www.gruene-bundestag.de/themen/umwelt/gruener-aktionsplan-gegen-plastikmuell

WWF-Studie „Aufnahme von Mikroplastik aus der Umwelt beim Menschen“
https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Report-Aufnahme_von_Mikroplastik_aus_der_Umwelt_beim_Menschen.pdf

Umweltbundesamt „Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen“ https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/421/publikationen/factsheet_kunstoffe_in_boeden.pdf

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